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Mehr Turbulenzen oder neue Hausse: 2019 ist alles möglich

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

es ist wahrlich kein Geheimnis: 2018 war an der Börse ein herausforderndes Jahr, in dem auch gestandene Profis kaum einen Blumentopf gewinnen konnten. Die deutschen und europäischen Aktienindizes standen quasi von Anfang an unter Druck, wobei der DAX das Jahr mit einem Minus von 18% und somit als schlechtester Index abschloss. Besser erging es Amerika: Dort zeigte der breite Markt bis in den September hinein Stärke, um im letzten Quartal kräftig abzutauchen. Unterm Strich erlitten aber auch die US-Märkte einstellige Jahresverluste.

Klar, dass in diesem Wirrwarr viele aktienlastige Portfolios unter Wasser gerieten. Besser erging es Anlegern, die in unsere ETF-basierten Strategieportfolios investieren. Mit einem Plus von bis zu knapp 2 % Prozent erreichten diese Portfolios zwar nicht ihre Jahreshöchstrenditen von 11 und 8% wie im Jahr 2016. Doch jeder weiß: Ein geringer Gewinn ist deutlich besser als Verluste zwischen 2 und 11 %, wie sie vergleichbare Aktien-Anleihen-Portfolios mit Indexfonds verbuchten.

Für das gute Abschneiden waren vor allem lang laufende Anleihen sowie das Edelmetall Gold verantwortlich. Ob diese Anker auch 2019 stabilisierend wirken? Das ist durchaus möglich, aber ein kräftiges Anziehen der Aktienmärkte ist ebenfalls denkbar. Vermutlich folgt 2019 das eine auf das andere.

Der Grund: Die wirtschaftlichen Aussichten und damit die Unternehmensgewinne werden in diesem Börsenjahr mehr denn je von politischen (Fehl-)Entscheidungen bestimmt. Das reicht vom Handelsstreit zwischen den USA und China bzw. Europa über die Unsicherheit rund um den Brexit bis hin zur Frage, ob Italien in der Euro-Zone schuldentechnisch zum "nächsten Griechenland" wird, was das Euro-System sprengen würde. All diese Krisenherde könnten noch ein paar Monate für Kapriolen am Aktienmarkt sorgen - das spräche für Gold und Anleihen.

Andererseits: Die schlechten Nachrichten sind alle bekannt und eingepreist, wie es an der Börse heißt. Kommt kein "neuer Hammer" hinzu und werden wirtschaftlich vernünftige Lösungen für bekannte Probleme gefunden, kann das die Aktienmärkte beflügeln. Denn Fakt ist: Den etwas schlechteren Konjunkturaussichten zum Trotz verdienen die Unternehmen aller Voraussicht nach weiterhin gutes Geld. Und die Aktienmärkte, insbesondere der DAX und andere europäische Börsen, sind günstig bewertet bzw. ein Schnäppchen. Deshalb: Läuft es spätestens ab dem zweiten Quartal gut, könnten die Aktienindizes im besten Fall in Richtung ihrer bisherigen Allzeithochs marschieren. Dann würde 2019 wohl viele Pessimisten überraschen.

Ihr Stephan Albrech